Rituale - nicht nur wichtig in der Kinderyogastunde

In unserem Alltag als junge Familie sind uns Rituale sehr wichtig: wir geben uns vor den Mahlzeiten die Hände und wünschen uns eine "Gesegnete Mahlzeit", zum Einschlafen singe ich dem Minimonsieur ein Schlaflied und morgens liest der Papatän ihm noch im Bett eine Geschichte vor.


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Ritual ist, wenn die Welt eine Zeit lang zur Ruhe kommt und wir in ihr. (Heiko Ernst)  
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Rituale ordnen den Tagesablauf und sind gerade für Kinder wichtig, weil sie Halt bekommen und Struktur. Durch immer wiederkehrende Tätigkeiten entsteht Sicherheit und Geborgenheit.


Auch meine Kinderyogastunden werden von Ritualen begleitet:

Zu Beginn der Stunde:

  • ein Kind darf die Kerze in unserer Mitte anzünden (jedes Kind kommt einmal dran im Lauf des Kurses)
  • wir begrüßen einander. Dazu legen wir die Hände in der Namaste-Geste vor dem Herzen und sagen zu unserem linken Nachbarn: "ich grüße das Licht in die xy." und der antwortet mit "Namaste, yz." und wendet sich dann seinerseits an seinen linken Nachbarn, um ihn mit "Ich grüße das Licht in Dir, xx." zu begrüßen und so weiter. So gehen wir einmal die Runde durch. es gibt Kinder, die wollen nicht mitmachen. Das ist okay, die werden begrüsst (wenn sie wollen), müssen aber nicht antworten.
  • in einer ersten Rederunde mit Redestein darf jeder noch loswerden, was ihm wichtig ist.... Sonst schnabbeln immer erst mal alle durcheinander: "Anne, ich hab einen Wackelzahn!", "Heute holt mich meine Oma ab.", "Wo ist denn der xy heute? Der war auch nicht im Kindergarten...." Damit das nicht ausartet und wir nur noch am Erzählen sind, darf jedes Kind eine Sache sagen, die ihm wichtig ist und dann den Redestein weiter geben an das nächste Kind. (Versteht mich nicht falsch: auch während der Stunde kommen dann immer noch Zwischenrufe, auf die geh ich dann aber nicht mehr ein, nehme sie nur zur Kenntnis. So habe ich die Unruhe etwas gebändigt.) In dieser ersten Rederunde bekomme ich auch schon mit, wie die Kids drauf sind: was sind heute für Themen? Wie geht es den Kindern? kann ich vielleicht die Ängste und Sorgen mit in die Stunde einbauen? ich habe tatsächlich das Gefühl, dass diese Runde, die ich versuche, so wertfrei wie möglich zu gestalten, den Kindern extrem wichtig ist und hilfreich für einen guten Kontakt.
  • meistens mache ich Anfang auch den Sonnengruß - sollte ich mir mal für ein Stundenbild überlegt haben, ihn zu einem späteren Zeitpunkt ein zu bauen, dann weisen die kleinen Yogis mich schon darauf hin, dass wir den aber noch machen müssen!


Jede Stunde arbeite ich zu einem Thema (zum Beispiel das hier) aus - manchmal weichen wir auch ein bißchen davon ab (herrlich, wie Kerstin in ihrem Post beschreibt, was eben auch manchmal an der noch so perfekt geplanten Stunde "schief" läuft), aber ich sage den Kindern immer am Anfang, was ich heute mit ihnen mache. Auch das gibt Sicherheit.

Am Ende der Stunde:

  • singen wir ein Mantra gemeinsam (wer reinhören mag: hier ist das Lokah samastah mit Kindern) und danach das OM Shanti
  • wir verneigen uns in Namaste voreinander
  • jedes Kind, was mag, bekommt noch einen Tropfen Duftöl auf sein drittes Auge


Was habt Ihr für Rituale in der Kinderyogastunde? Was bedeuten Euch Rituale?


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