Apfelmus aus dem Solarofen ***nachhaltig leben***

Ich besitze seit über zwei Jahren einen Solarofen. Das ist im Gegensatz zu einem Solarkocher eine Kiste, in der sich Sachen sowohl garen als auch backen und trocknen lassen - wie da die Unterschiede sind, zeigt diese Grafik sehr schön!

Solarkocher sind quasi Riesenschüsseln (sehen so aus wie Satelitenschüsseln), die mit einer reflektierenden Folie ausgestattet sind. In die Mitte wird der Topf gestellt und die Folie fängt die Energie der Sonne ein und leitet sie zur tiefsten Stelle im Kocher - also in die Mitte zum Topf. So ist es möglich, in diesem Kocher richtig zu kochen - die Energie ist nämlich richtig hoch.

Der Solarofen oder auch Kochkiste genannt ist dagegen eine Kiste in einer Kiste mit einem Glasfenster und einem Lenkspiegel wie Du hier erkennen kannst:







Zwischen den Kisten ist ein Dämmmaterial und ich kann Dir sagen, dass es im Inneren der Kiste richtig gut warm wird. Im Solarofen entstehen Temperaturen von um die 100 Grad. Nudeln kochen ist also zum Beispiel nicht möglich, das Wasser im Topf sprudelt nicht und die Nudeln werden vielleicht gar aber komplett matschig. 

Was dagegen gut geht und was ich schon selbst getestet habe:




Hähnchen im Bräter garen: Niederiggarmethode, hat halt 3 Stunden gedauert, war aber köstlich und zart (noch zu meiner Fleischesserzeit zubereitet). Ich habe die Hähnchenschenkel kross im Bräter auf meinem normalen Herd angebraten und dann mit etwas Flüssigkeit abgelöscht. Deckel drauf und ab in den Solarkocher. 
Couscous, Reis, Bulgur garen
Gemüse garen: ganze Kohlrabi zum Beispiel, den habe ich dann ausgehöhlt und gefüllt und noch ein paar Minuten überbacken. Möhren gehen auch gut - eigentlich alles Hartfleischige, was nicht so schnell matschig wird und wo es auf die Minute Garzeit  nicht ankommt
Kartoffeln kochen: geht richtig gut. Auch da kommt es nicht auf die Minute an - denn je nach Sonnenschein kann das Kochen schon mal länger dauern. Ich stelle die Kartoffeln meist mittags in den Ofen und teste immer mal wieder.. und sollten sie doch nicht gar sein, hab ich ja noch den Elektroherd (Luxussituation, wenn man bedenkt, dass vor allem viele Arme in Entwicklungsländern Solarkocher und -öfen nutzen, um sich überhaupt was kochen zu können...)
Müsli trocknen: hab ich ja schon mal beschrieben
Obst trocknen: eigentlich ist der Solarkocher kein klassisches Trockengerät, denn ihm fehlt eine Vorrichtung zum Ableiten der Kondensflüssigkeit. Ich lasse einfach immer den Deckel einen Spalt offen und wische immer mal wieder das Wasser, was sich an der Scheibe niederschlägt, mit einem Tuch weg. Ich habe im letzten Jahr zu Versuchszwecken getrocknet:

  • Erdbeeren - köstlich! haben uns in diesem Winter das ein oder andere Morgenmüsli versüßt und werden vom Minimonsieur auch gern so zwischendrin geknabbert
  • Apfelscheiben - ebenfalls lecker. Da ich frische Äpfel aber lieber mag, mache ich jetzt aus Äpfeln lieber Apfelmus - aber dazu gleich mehr.
  • Bananen - war okay, aber irgendwie eher trocken. Aus Bananenresten mache ich jetzt lieber Nicecream
  • Mangos - sehr fein. Bei einer Mangoaktion habe ich eine Kiste sehr leckere und reife Mangos bekommen. Getrocknet eine feine Knabberei zwischendurch.
  • Mirabellen, Pflaumen, Kirschen.. alles lecker
  • Tomaten - im letzten Jahr hatte ich eine Tomatenschwemme: lauter kleine gelbe Cocktailtomaten. Die, die wir nicht direkt gefuttert haben, habe ich halbiert und im Ofen getrocknet. Das sind die allerbesten getrockneten Tomaten überhaupt: kein Salz, kein Öl, reine Frucht! Yummie! Hier habe ich schon mal eine Verwendung verbloggt.
  • Bohnen - grüne Stangenbohnen, die ich sehr mag, aber eingemacht oft einfach lätschig finde. Also habe ich mich nach einem alten Rezept mal ans Trocknen gewagt. Danach muss man die getrockneten Bohnen über Nacht in Wasser einweichen und kann sie dann zum Beispiel zu einem Eintopf geben. Der Geschmack war sehr speziell (aber nicht schlecht), an Bohnen hat er mich aber nicht erinnert. 
  • Genauso war es mit Zucchini, die ich getrocknet und dann an ein Risotto gegeben hab. War okay...


Das ist sie: die oberleckere Erdbeermarmelade ohne zusätzlichen Zucker!



Besonders fein ist meine Erdbeermarmelade ohne zusätzlichen Zucker geworden! Dazu habe ich einfach Erdbeeren püriert/ zerdrückt und dann in einer flachen Schale gekocht. Dabei musste ich immer wieder umrühren, da sich oben auf der Masse als erstes so etwas wie eine Haut bildet. das ist eigentlich schon die Marmelade. Damit die Masse weiter unten aber auch noch gelieren kann, muss die obere Haut entfernt werden. Ich kann Dir sagen dass das die allerbeste Marmelade meines Lebens war! Wird dieses Jahr wieder hergestellt!


Vorbereitung: Äpfel schnippeln und einwecken


Nebenbei probiere ich aber auch, Erdbeeren einfach ein zumachen um sie mir im Winter dann in den Joghurt rühren zu können. Das Prinzip ist das Gleiche wie bei Apfelmus und das mache ich so:

ich schnippele sehr reife Äpfel (die ich häufig im Hofladen geschenkt bekomme, weil sie nicht mehr zu verkaufen sind) klein und schichte sie in ein steriles Glas (im Ofen bei 70 Grad sterilisiert). Deckel drauf und dann ab in den Ofen. Ich nehme die dann irgendwann nach Gefühl raus. Der Deckel knackt beim ersten Öffnen *lach*. 




So sieht das im Ofen aus: links Birnen, rechts Äpfel.



Da die Apfelstücke zwar weich aber noch kein Püree sind, zerdrücke ich sie mit der Gabel oder püriere sie mit dem Zauberstab. Und ja: ich lass die Schale dran, die ist mir zu schade zum Wegtun (wobei die Schale auch einfach mitgetrocknet werden kann als Chips. Sollte dann aber gleich verzehrt werden, sonst werden die trotz Trocknens labberig.).




Und dann gibt´s Waffeln mit Apfelmus, Erdbeeren und Ahornsirup zum Frühstück.


Maria hat mich dazu eingeladen,. diesen Post auch bei #einab zu verlinken - dem komme ich gerne nach!

Kommentare

  1. Hallo Anne!

    Als ich den Solarkocher das erste Mal (vor langer Zeit) bei Dir gesehen habe, hat mich das Gerät bereits fasziniert. Hätte ich auch sehr gerne, vielleicht muss Herr Widerstand mal ein wenig kreativ werden ;-)
    Du den Beitrag nicht auch zu EiNaB schicken? Würde super gut dazu passen.

    lg
    Maria

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  2. Oh man, ehrlich, ich hab grad voll die Neidattacke - geniales Gerät und suuuper leckere Sachen, die du beschrieben hast. Da muss ich mir regelrecht den Geifer aus dem Mundwinkel wischen...
    LG Zora #Einab

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